Apres-Ski - aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Als Apres-Ski (von frz. Apres, danach) bezeichnet man die in Wintersportorten angebotenen Vergnügungen für Touristen, die zumeist nach dem Skifahren oder Snowboarden wahrgenommen werden. Die Gäste feiern in teilweise direkt an der Skipiste gelegenen Kneipen (Skihütten), Schirmbars oder Diskotheken, genießen in der Regel viel Alkohol und werden von Diskjockeys mit Apres-Ski-typischer Musik beschallt. Die Verbindung von Skisport und Apres-Ski ist vergleichbar mit der Verbindung von Strandbesuch und abendlicher Party, wie sie beispielsweise am Ballermann 6 praktiziert wird.

Apres-Ski-Musik zeichnet sich durch eingängige Melodien und teilweise frivole Texte aus, welche zum Mitsingen und Tanzen ermuntern sollen. Zurückgegriffen wird häufig auf Schlager und Dance. Außerdem gibt es speziell für den Apres-Ski zusammengestellte Musik, die Elemente der alpenländischen Volksmusik wie den Jodler und das Akkordeon mit einem eingängigen Beat („Four to the Floor“) untermalt. Um eine authentische Kulisse zu vermitteln, verpflichten die Wirte von Apres-Ski-Lokalitäten zudem gerne einheimische Musikkapellen. Eins der bekanntesten und ältesten Lieder zum Apres-Ski ist Schifoan (1976; dt. „Skifahren“) des österreichischen Sängers Wolfgang Ambros. Typische Apres-Ski-Hits werden in jährlichen Ausgaben in diversen Samplerreihen durch die Musikindustrie angeboten.

Typische Getränke zum Apres-Ski sind alkoholisch und süß (wie Williams-Birne, Wodka mit Feige und Flügerl), oft auch heiß (wie Jagatee und Glühwein). Die Rezepturen basieren in der Regel auf hochprozentigen Spirituosen. Aus der regulären Gastronomie bekannte Getränke werden beim Apres-Ski oft auch unter anderen, zweideutigen Namen ausgeschenkt und der Genuss mit passenden Trinksprüchen und Ritualen eingeleitet. Regional wird unter der Bezeichnung „Apres-Ski“ ein Cocktail aus Eierlikör und heißer Milch angeboten.

Männliche Apres-Ski-Gäste mit ausgeprägtem Geltungsdrang beim Mitsingen, Flirten (österr. anbandln) und bei der Stimmungsmache werden vom Volksmund als „Apres-Ski-Lehrer“ entsprechend gewürdigt. Helmut Qualtinger besang in Der Apres-Schigolo (1957) eben diesen Typus. Das weibliche Pendant dazu heißt „Apres-Ski-Häschen“ oder einfach „Skihase“.

Österreich gilt als das Ursprungsland der „Apres-Ski-Kultur“. Sie ist besonders im Zillertal sowie in den Orten Saalbach-Hinterglemm, St. Anton am Arlberg, Ischgl und Sölden verbreitet. Dort feiern die Gäste in einigen Lokalitäten die ganze Nacht. In Italien und in der Schweiz ist das Apres-Ski weniger typisch.

Gemäß dem Duden steht der Ausdruck Apres-Ski auch für bequeme oder modische Kleidung, die man nach dem Skilaufen trägt.



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